|
Im Chat sind
Buchvorstellung / Inhaltsangabe / Rezension
| Autor(in): | Martina André | |||
| Titel: | Die Teufelshure | |||
| Originaltitel: | Die Teufelshure | |||
| ISBN-10/ ASIN: | 335200773X | |||
| ISBN-13: | 978-3352007736 | |||
| Seiten: | 662 | |||
| Verlag: | Rütten & Loening | |||
| (Erst)Erscheinungsjahr: | 2009/11 | |||
| Übersetzer: | ||||
| Kategorie: | Mysterie | |||
| Buchreihe: | Einzeltitel | |||
| Lesereihenfolge: | 0 | |||
| Handlungsort: | Schottland | |||
| Handlungszeit: | Gegenwart_Vergangenheit | |||
|
||||
Erster Satz: |
||||
Edinburgh - Weihnachten 1644 - »Outbreak« Weihnachten 1644 war für John das traurigste Fest seines Lebens; was nicht etwa daran lag, dass die presbyterianische Kirche in Schottland die katholischen Feierlichkeiten zur Geburt Christi verboten hatte. John hätte gerne auf Haggis, Whisky, Tanz und bunte Girlanden verzichtet, wenn wenigstens die Kinder am Leben geblieben wären. Aber nun starrte er auf neun übelriechende Leichen, die er eigenhändig in weißes Leinen gehüllt und zu einem Berg aus leblosen Leibern aufgeschichtet hatte, damit der Bestatter sie abholen konnte - falls er sich überhaupt in nächster Zeit in die ausgestorbenen Straßenschluchten der Kings Ciose verirren würde. Doktor Jon Paulitius, der wohl bestbezahlte Arzt Schottlands, war der vorletzte Mensch, den John - außer Granny Beadle - lebend gesehen hatte. Erst vor wenigen Tagen hatte der einzige offiziell bestellte Pestarzt dem kläglichen Rest der Beadles einen Besuch abgestattet und den achtjährigen Matthew zur Ader gelassen. John hatte dem Jungen Vater und Mutter ersetzen müssen, die in den Tagen zuvor nacheinander gestorben waren, ebenso wie vier ältere Geschwister und der erst vor kurzem geborene Säugling. Großmutter Beadle war zu krank, um ihren letzten Enkel zu trösten. Der Doktor trug ein langes schwarzes Gewand, einen schwarzen breitkrempigen Hut und eine Schnabelmaske aus hellem Leder, die ihn vor krankmachenden Dämpfen schützen sollte und ihn wie einen übergroßen hässlichen Raben aussehen ließ. |
||||
Beschreibung/Inhaltsangabe: |
||||
Schottland 1647: Der Highlander John Cameron hat Krieg und Pest überlebt, als er bei einer öffentlichen Hinrichtung auf Madlen MacDonald trifft, von der es heisst, sie sei die Mätresse eines zwielichtigen Lords und mit dem Teufel im Bunde. Nach einer gemeinsamen Liebesnacht wird John wegen falscher Anschuldigungen ihres Gönners zum Tode verurteilt. Im Verlies erfährt er, dass der Lord Häftlinge kauft, um an ihnen satanische Experimente durchzuführen. Edinburgh 2009: Die Biologin Lilian von Stahl versucht mithilfe einer Schamanendroge den Erinnerungscode in menschlichen Genen zu entschlüsseln. Bei einem Selbstversuch sieht sie einen Mann in altertümlicher Kleidung, der ihren Tod beweint. Auf der Suche nach den Hintergründen dieser mysteriösen Geschichte, trifft sie in einem alten Herrenhaus in den Highlands auf John Cameron, dem Mann aus ihrer Vision. Welches Geheimnis hütet der Schotte? Und warum behauptet er, sie sei in grosser Gefahr? |
||||
Anmerkung/Meinung: |
||||
Wer Martina André kennt, der weiß nie,
was einem im nächsten Buch erwartet. Und so war es auch hier:
Keine Vergleichsmöglichkeit zu vorherigen Büchern.
Und genau das ist es, was mir am Stil von Martina André so
gefällt. Sehr gut gefallen hat mir hier die Variante, dass erst die kompletten Ereignisse in der Vergangenheit erzählt werden, und es dann nahezu fließend in unsere Zeit übergeht. Es sind also zwei Zeitebenen nacheinander erzählt, und nicht in der manchmal verwirrenden, abwechselnden Form von Vergangenheit und Zukunft. Den Mysterie Effekt gibt es in der Geschichte durch das Einwirken von Alchemisten, die sich ganz auf ihr Vorhaben konzentrieren die Unsterblichkeit zu erlangen. Dafür setzen sie alle damaligen und heutigen Moralvorstellungen ausser Kraft und leben nur für ihr Ziel: Die Macht der Welt an sich zu reißen. Eine wahrhaft teuflische Angelegenheit. Das es da mitunter schonmal heftiger zur Sache geht, sollte man nicht zu zart besaitet sein, und auch schonmal eine schaurige Szene vertragen können. Ein wenig Erotik gibt es auch, und diese fand ich ausgesprochen gut beschrieben: Sehr detailliert, aber dennoch einfühlsam. Mein Fazit: Ein gelungenes Buch von Martina André, das einen wieder voller Erwartung auf ihr nächstes Buch zurück lässt. Mal sehen was uns beim nächsten Mal erwartet. Ich freu mich jedenfalls schon drauf und danke Martina André wieder einmal für ihre wunderbare Erzählkunst, die uns hoffentlich noch lange mit neuem Stoff versorgt. |
||||
|
Artikel über/von/mit Martina André im Leserattenbuecherforum.de |
||||
Leserattenbuecher
